Das Beste für Gourmets - Asphaltschinken
Asphaltschinken gibt es weltweit nur in einem Ort!
..und zwar im Ort Val-de-Travers in der französischsprachigen Schweiz.
Hier finden sich Asphaltminen, die natürlichen Asphalt enthalten. Ebenso wie der Asphaltschinken ist auch dieses natürliche Asphaltvorkommen sehr selten. Natürlicher Asphalt entsteht dadurch, dass Erdöl sich in Gestein einlagert. Die Asphaltmine in Val-de-Travers ist heute als Museum zugänglich.
Das Geheimnis vom Asphaltschinken
besteht nun darin, dass der Schinken in einer Masse aus flüssigem natürlichen Asphalt gekocht wird, wodurch nach Experteneinschätzungen das Aroma des Schinkens erhalten bleibt und auch eine große Menge Bratensaft entsteht, da die Flüssigkeit während des Kochens nicht verdunstet.
Bevor der Asphaltschinken allerdings in Asphalt gekocht werden kann, bedarf es noch einiger vorbereitender Schritte:
Der traditionelle Asphaltschinken besteht immer aus Schweinefleisch; vom Metzger werden zunächst möglichst große Stücke Schweinefleisch vom Knochen gelöst und von Sehnen und Fettschwarten befreit. Mithilfe einer Maschine wird dem Fleisch dann Aroma in Form einer Lösung aus Wasser und Salz zugeführt. Im Anschluss wird das Fleisch in einem Kältetumbler für bis zu 15 Stunden geknetet, sodass sich das Muskeleiweiß löst und die Oberfläche weich wird. Nun wird das Fleisch mit einem Netz umgeben und geräuchert (noch nicht gekocht).
Am darauffolgenden Tag wird der nun geräucherte Schinken mit mehrlagigem Wachspapier umwickelt und in zwei übereinanderliegende Mehlsäcke gepackt; stabilisiert wird die Verpackung schließlich noch mit reißfesten Kordeln.
So verpackt werden mehrere Schinken in eine Küche transportiert, die in den Asphaltfelsen zur Herstellung des Asphaltschinkens eingerichtet wurde. In dieser Küche befindet sich ein Bottich, in dem natürlicher Asphalt (also eine Mischung aus Erdöl und Mineralien) auf 180 Grad erhitzt wird. In einem Gitter werden nun einige Schinken in ihrer Verpackung in den Bottich gelassen, um dort für ca. 4 Stunden zu kochen (das ist nicht gesundheitsschädlich, denn natürlicher Asphalt ist nicht mit Teer zu verwechseln, der aus Steinkohle gewonnen wird und die Gesundheit schädigen kann).
Nach 4 Stunden wird der gare Schinken dann aus der Asphaltmasse geholt und die Verpackungen werden aufgetrennt; der Asphaltschinken ist nicht mit dem Asphalt in Berührung gekommen.
Der Asphaltschinken wird traditionell heiß und in Scheiben geschnitten (ähnlich den Stücken eines Braten) gegessen. Vor dem Servieren wird der Asphaltschinken noch einmal im Bratensaft gekocht und auf dem Teller mit Bratensaft übergossen.
Während die Zubereitung des Asphaltschinkens früher einmal jährlich für die Bergarbeiter stattfand, wird der Asphaltschinken heute traditionell im ortsansässigen ‘Café des Mines’ serviert. Als Beilage zum Asphaltschinken eignen sich beispielsweise Gemüse und Kartoffeln.